Kupfer ist neben Blei das älteste Metall, dass vom Menschen verarbeitet wird. Das wohl älteste deutsche Beispiel für die Anwendung von Kupfer ist der Hildesheimer Dom. Teile der Kupferdachdeckung aus dem Jahre 1280 sind noch heute erhalten. Daran zeigt sich, dass Kupfer in Sachen Haltbarkeit fast unübertroffen ist. Die Lebensdauer einer Kupferdach- oder Fassadenkonstruktion kann die potentielle Lebensdauer von Gebäuden überschreiten. Konservativ werden 200 Jahre angenommen.
Ein Grund für die lange Haltbarkeit ist die natürliche Patinabildung. Diese bietet einen beeindruckenden Korrosionsschutz und repariert sich nach Beschädigungen (z.B. Kratzer) selbst. Die charakteristische grüne Patina bildet sich in Städten innerhalb von 15 - 30 Jahren aus. Art und tatsächliche Geschwindigkeit der Patinabildung ist eine komplexe Kombination verschiedener Faktoren. Das macht Kupfer so einzigartig und lebendig.
Kupfer ist extrem formbar, was es zum bestgeeigneten Material für die Bekleidung komplexer Formen macht. Viele Kirchtürme sind in Kupfer eingefasst.
Die hohe Lebensdauer, die Wartungsfreiheit, die Recycelfähigkeit und der hohe Restwert des Materials am Ende der Nutzungsdauer des Gebäudes machen Kupfer zu einem beliebten Metall in der Architektur.
Es handelt sich bei Titanzink um eine Auflegierung von Zink mit ca. 0,1% Titan und ca. 0,2 % Kupfer. Der Vorteil gegenüber dem unlegierten Zink, welches früher verarbeitet wurde, ist dass die Dehnungsfähigkeit und die Haltbarkeit annähernd so gut sind wie bei Kupfer, vorausgesetzt der Einbau ist gut abtrocknungsfähig. Eine gute bauphysikalische Unterkonstruktion ist zwingend erforderlich. Es finden sich auch heute noch 400 Jahre alte, freibewitterte und unbeschädigte Zinkbauteile.
Titanzink ist gegenüber Kupfer mit seiner grauen Patina eher farblos und lässt sich leicht mit Holz, Putz, Ziegel und Beton kombinieren. Das Gesamtfarbbild wird oft als harmonisch empfunden.
In der modernen Architektur wird Aluminium am häufigsten verwendet. Es ist extrem leicht, weich und widerstandsfähig. Es lässt gut formen und bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten, da es in sehr vielen Farben (RAL-Farbkarte) und Effekten erhältlich ist.
Ein weiterer Nachteil ist paradoxerweise auf die rückläufigen Umweltverschmutzung zurückzuführen. Da der Regen heute weniger sauer ist, kommt es an Aluminiumdächer zunehmend zur Veralgung. Bei sehr flachen Neigungen kann der Algenbewuchs sogar Falze durchwachsen und zu Undichtigkeit führen. Hier sind jährliche Wartungsarbeiten von Nöten. An Fassaden tritt dieses Problem nicht auf wegen der schnellen Abtrocknung.
Edelstahl ist deutlich härter und zugfester als Kupfer und Titanzink und dadurch besonders widerstandsfähig gegen Hagel und andere mechanische Beschädigungen. Es bildet, wie Kupfer und Zink, eine Passivschicht, die sich bei Kratzern selbst heilt. Aufgrund der Härte lässt es sich nicht so gut formen und liegt daher oft wellig.
Edelstahl ist besonders widerstandfähig gegenüber schädlichen Umwelteinflüssen. Gerade in Ballungszentren mit hoher Luftverschmutzung bietet Edelstahl einen wesentlichen Vorteil gegenüber Kupfer und Titanzink.
Bei großen Dächern ist Edelstahl aufgrund seiner geringen thermischen Ausdehnung zu bevorzugen.
Verzinktes Stahlblech stellt eine preiswerte und dennoch solide Variante dar. Es verträgt sich mit allen Werkstoffen außer Kupfer. Ungeschützt hält es ca. 15 Jahre. Ein regelmäßiger Schutzanstrich ist unabdingbar. Wir verwenden es vorwiegend bei Unterkonstruktionen oder bei Halteblechen.